20260924 - Denkmalpflege: Westfälisch-Praktisch
24. September 2026
Freilichtmuseum Detmold
Unwetter und Sturm – schon die ursprüngliche althochdeutsche Wortbedeutung wetar verweist auf die Gefahren des Wetters für die gebauten Zeugnisse. In Anknüpfung an das letztjährige Thema „historische Dächer“ betrachten wir in diesem Jahr das Denkmal in der Gesamtheit und seinen Schutz vor der Witterung. Nicht nur Wechsel der Jahreszeiten und extreme Wetterlagen, sondern auch die Baugrundverhältnisse und der Wasserhaushalt wirken stetig auf die Substanz ein. So wie sich die Materialwahl und die Detailplanung auf die Dauerhaftigkeit des Denkmals auswirken, beeinflussen Regen, Wind und Frost, Sonne, Trockenheit und Hitze auch die Art und den Umfang der Nutzung. Historische Lösungen können bis heute vorbildlich sein, wenn es um klugen baulich-konstruktiven Wetterschutz geht. Sie lassen sich auch in die heutigen komplexeren Anforderungen übersetzen, ohne den Zeugniswert des Denkmals und seine geschichtliche Dimension zu beeinträchtigen. Das werkgetreue Erhalten bewahrt das darin gespeicherte erfahrungsbasierte Wissen und zeigt, wie zukunftsträchtig Denkmalpflege ist. Ein Einführungsvortrag bereitet den thematischen Überbau und vermittelt die Bandbreite an regional-überregionalen Lösungen, beispielsweise wie von der Antike bis in die Moderne der Umgang mit dem Niederschlag baukonstruktiv logisch und gestalterisch ansprechend gelöst oder gar inszeniert wurde. Die weiteren Vorträge führen die Bedeutung der Detailplanung und die Anforderungen an die Umsetzung auf der Baustelle vor Augen. Impulsbeiträge von Referent:innen der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen stellen aktuelle Beispiele vor. Praxisvorführungen am Nachmittag zeigen schließlich wieder anschaulich handwerkliche Lösungen an ausgewählten Objekten des Freilichtmuseums auf.
Das LWL-Freilichtmuseum Detmold und die LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen bieten mit der Reihe Denkmalpflege: Westfälisch – Praktisch eine praxisorientierte Fortbildung an, um die Kompetenz und das gebündelte Wissen im Umgang mit historischer Bausubstanz weiterzugeben. Zielgruppen sind Handwerker:innen, Restaurator:innen, Architekt:innen, Ingenieur:innen und Beschäftigte der Denkmalbehörden in Westfalen-Lippe sowie alle Personen, die mit der Denkmalpflege beruflich oder privat verbunden sind.
Die Veranstaltung findet in der Museumsgaststätte „Im Weißen Ross“, Haus Kuhlmeier, statt. Von 8:20 bis 9:00 Uhr steht ein kostenloser Bustransfer (5 Minuten Fahrtzeit) vom Museumseingang bis zur Museumsgaststätte zur Verfügung. Der alternative Fußweg dauert 20 Minuten.
Teilnahmegebühr: 80 € / Person; ermäßigt 40 € / Person (für Freiwillige in der Denkmalpflege, Studierende, Schüler)
Je Fortbildung wird für die Verlängerung der Eintragung in der WTA-Liste folgendermaßen anerkannt:
2 UE - für Wohngebäude
2 UE - für Nichtwohngebäude
wird in den nächsten Tagen bekannt gegeben.
